ichbin ich
Was macht mich zu dem,
der ich bin?
Elternhaus, Erziehung,
Kultur, Kontakte,
meine Lebensgeschichte...
was eben auf mich
einwirkt, mich formt,
mich prägt.
Aber reicht das, um von
Identität zu sprechen?
Bei meinem Bruder
sind viele Einflüsse
ganz ähnlich gewesen.
Und doch ist er ein
ganz anderer.
1

Identität

von äußeren
Einflüssen geformt

2

Identität

von mir selbst
gestaltet

Meine Identität – das ist
doch zu einem guten Teil auch
das, was ich aus mir mache:
Bildung, Sprache, Beruf
und Karriere, Erfahrungen,
Kompetenzen, Persönlichkeit,
mein Instagram-Profil...
By the way, Instagram!
Das ist spannend: Ich kann
mir heute in den sozialen
Netzwerken nochmal eine
ganz eigene Identität
basteln, ein Profil ganz nach
meinen Wünschen. Ein
bisschen Glitter und Glamour
statt grauer Maus. Ich als
Schöpfer meiner virtuellen
Identität!
Nur: Ein Mensch mit
Rechtschreibschwäche wird
auch eine virtuelle Identität
mit Rechtschreibschwäche
schaffen...
3

Identität

sitzt tiefer

Identität muss also mehr sein, als die
Summe aller Einflüsse oder das, was ich
draus mache. Es gibt Merkmale, die ich
unverwechselbar und unveränderlich in
mir vorfinde: Meine DNA, mein Erbgut,
Veranlagungen und Talente (oder auch
Schwächen), meine Augenfarbe, meinen
Fingerabdruck... Woher kommt das?
Die Antworten kennen wir aus dem
Biologieunterricht, Mendel lässt grüßen.
Aber erklärt das alles? Verdanke ich mich
irgendwelchen Gesetzmäßigkeiten oder
einem statistischen Zufall und könnte
genauso gut blaue statt braune Augen
haben, oder überhaupt gar nicht ich sein?
Und was ist dann überhaupt „Ich“?
4

Identität

entsteht,
weil ich angeschaut
und geliebt bin

Momo in Michael Endes Roman
besitzt die Gabe, anderen
einfach durch ihre Art des
Zuhörens zu helfen, sich
selbst tiefer zu verstehen.
Das Ich braucht das Du und die
Resonanz, die durch Beziehung
entsteht, um zu sich selbst zu
finden. „Der Mensch wird erst
am Du zum Ich“, sagt der
jüdische Religionsphilosoph
Martin Buber.
Der christliche Glaube sagt: Du bist
gewollt, erdacht, ein Teil der von
Gott gewollten Schöpfung. Gott hat
gewollt, dass es dich gibt. Und er
hat DICH gemeint! Nicht eine
austauschbare Spielfigur auf dem
großen Spielplan des Lebens,
sondern dich, mit allem, was dich
ausmacht.
DU GOTT sagt "Du" und das
setzt dein "ich" erst frei.
Eine Mutter und ihr Kind essen Nudeln.

Nur Mutter? Echt?

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Blick auf die Illustration einer jungen Frau und verschiedenen anderen Personen im Hintergrund.

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