Editorial 11/26 Mut

„Nur Mut!“ singt, beziehungsweise ruft Thomas D, der Musiker auf unsem Cover der letzten Ausgabe, auf seinem aktuellen Solo-Album seinem Publikum entgegen. Künstler wie er scheinen ein Gespür dafür zu haben, was Menschen umtreibt. Unsere exklusive GRANDIOS-Umfrage zum Thema Mut zeigt das eindrucksvoll.

Mut - Editorial von Tobias Liminski

Das Meinungsforschungsinstitut INSA Consulere hat die Deutschen für diese Ausgabe befragt. „Ehrlich währt am längsten“ war demnach einmal. 71 Prozent sind der Meinung, dass es bereits mutig ist, ehrlich zu sein.

34 Prozent der Befragten haben Angst, zu ihren Überzeugungen zu stehen. Sie fürchten negative Konsequenzen im Berufsleben beziehungsweise haben Angst vor einem sozialen Abstieg oder davor abgelehnt und ausgegrenzt zu werden. Und um sich heutzutage für ein Kind zu entscheiden, braucht es offenbar ebenfalls viel Mut. Dieser Meinung sind 61 Prozent.

Die 61 Prozent verwundern nicht. Schon 1978 wurden Kinder von nicht wenigen Ärzten als Last oder Bedrohung des eigenen Lebens empfunden. Wären meine Eltern, meine Mutter war damals im 7. Monat schwanger, nicht so mutig gewesen, ich würde Ihnen heute keine einzige Silbe schreiben. „Sie haben doch schon vier Kinder. Mit Ihren Voraussetzungen birgt die Geburt ein gewisses Risiko.“ Heute bin ich das fünfte von zehn Kindern. Der Mut und das Gottvertrauen meiner Eltern waren damals größer als die Angst vor dem „gewissen Risiko“.

„Habt ihr das vorher gewusst?“

Meine Frau und ich sind heute selber Eltern von vier wunderbaren Kindern. Keines wollen wir missen. Wir werden oft gefragt, „ob wir das vorher wussten“. Als würde es etwas an unserer Entscheidung ändern. Wir wussten schon sehr früh, dass unsere Felicitas mit einem schweren Herzfehler und Trisomie zur Welt kommen wird. Sie ist unser Sonnenschein. Neugierig, aber vor allem mutig erobert sie täglich die Welt und lehrt uns immer wieder unnachahmlich: „Habt keine Angst.“

Mut ist mehr als eine Haltung

Die kommenden Seiten werden Ihnen mutige Menschen näherbringen wie Influencerin Jana Highholder, Seehaus e.V. Gründer Tobias Merckle, Bischof Stefan Oster SDB oder auch den Gründer der weltweit erfolgreichsten Gebets-App Hallow Alex Jones. Sie alle tragen dieses Gottvertrauen demütig in sich und setzen sich mutig für Wahrheit und Liebe, für die Menschen, für den Nächsten ein. In Zeiten, in denen es schon mutig ist, ehrlich zu sein, ist das ein gewisser Trost. Es gibt sie, die Leuchttürme der mutigen Menschlichkeit.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und Erkenntnis mit der elften GRANDIOS Ausgabe!

Herzlich,
Ihr

Tobias Liminski

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