Von

der Neugier

gepackt

Sr. Lydia La Dous

früher Astrophysikerin, 

heute Ordensfrau (Dominika-

nerinnenkloster Heilig Kreuz,

Regensburg, *1956,

Braunschweig)

Fotos
Stefan Hanke

Redaktion
Marie-Luise Appelhans

Arbeit ist Leistung pro Zeiteinheit: Das lernt jeder Schüler. Sr. Lydia war Schulphysik zu wenig. Sie studierte Astrophysik. „Die wissenschaftliche Neugier hatte mich gepackt“, sagt sie. Und der Ehrgeiz, anderen zu beweisen: „Als Frau kann ich das auch.“ Astrophysik war eine reine Männerdomäne. „Um als Frau weiterzukommen, musste man mindestens doppelt so viel leisten“, erinnert sie sich. Das hat sie geschafft und ist „im positiven Sinne“ stolz darauf. Als habilitierte Astrophysikerin war sie Mitglied nationaler und internationaler Gremien. Heute lebt sie im Kloster. „Auch im Kloster gibt es viel Arbeit, aber es geht nicht darum, etwas leisten oder beweisen zu müssen. Ziel ist die Liebe zu Gott. Das Ordensleben ist ein Gegenentwurf zur Leistungsgesellschaft.“ Sr. Lydia ist mit ihrem Leben zufrieden: „Ich würde alles wieder so machen.“

 

Keine Leistung

ohne Leidenschaft

Franz Xaver Knott

Master in Agrarmanagement,

Mitarbeit auf dem elterlichen

Ackerbaubetrieb  
(* 1992, Straubing)

Fotos
Stefan Hanke

Redaktion
Marie-Luise Appelhans

Franz Xaver Knott ist erleichtert. „Eine gewisse Last fällt von den Schultern, wenn man das Studium erfolgreich abgeschlossen hat. Leistungsdruck durch Familie und Umfeld kenne ich eigentlich nicht“, erzählt er. „Leistung heißt für mich nicht, andere zu übertreffen, sondern die eigenen Ziele zu erreichen.“ In seinem Heimatort Münster bei Straubing „definiert man sich nicht nach beruflicher oder finanzieller Leistung. Da steht ein gesundes menschliches Miteinander im Mittelpunkt. Das haben mir auch meine Eltern so vermittelt“, sagt Knott. Er weiß das zu schätzen. Klar ist für den studierten Landwirt aber auch: „Für den Aufbau einer Existenz ist Leistung unabdingbar.“ Das funktioniert nur „mit Leidenschaft und Freude“.
Sein Ziel: Ein Arbeitsplatz, der sich mit einer Nebenerwerbslandwirtschaft verbinden lässt. Erhalten und darauf aufbauen, was vorherige Generationen geleistet haben, ist für ihn eine Herzensangelegenheit.

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