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Ausgabe 04 Freiheit

Nervenkitzel im „Escape Room“

By Juli 30, 2021August 3rd, 2021No Comments

Redaktion: Raphael Edert | Illustration: Arno Dietsche

Nervenkitzel im „Escape Room“

AUF DER SUCHE NACH FREIHEIT?

Du spürst es schon lange: Etwas stimmt nicht mit uns Menschen. Wir sind Gefangene. Unfreiheit überall. Um uns herum, in uns selbst. Du weißt genau: Die Vielzahl deiner Freiheiten, von denen Menschen anderswo nur träumen können, machen dich noch lange nicht zu einem freien Menschen. Wie ein »Escape Room« scheint diese Welt – nur dass es kein Spiel ist, sondern knallharte Realität. Und es ist nur wenig Zeit: Unsere Lebensuhr tickt… Hast du den Mut, hinter die Fassade zu blicken?
Aber Achtung: Manch eine vielversprechende Tür entpuppt sich womöglich als Irrweg zu noch größerer Sklaverei. Sechs Texte eines »ungenannten Autoren« können dir helfen, das Geheimnis menschlicher Freiheit zu entschlüsseln und den Weg in die Freiheit zu finden.
Bist du bereit für das Abenteuer der Freiheit?

Zuerst dachten und glaubten wir, wir würden, wenn wir Gott beiseite ließen und autonom würden und nur unseren Ideen, unserem Willen folgten, wirklich frei, weil wir alles tun könnten, was wir wollten, ohne dass uns irgend jemand irgendwelche Befehle geben könne.
Aber wo Gott verschwindet, wird der Mensch nicht größer.
Im Gegenteil:
Er verliert seine göttliche Würde, er verliert den göttlichen Glanz auf seinem Angesicht.
Schließlich erweist er sich nur als das Produkt einer blinden Evolution und als solches kann er gebraucht und missbraucht werden.

Die Erhaltung der Freiheit erfordert Tugendhaftigkeit, Selbstdisziplin, Opferbereitschaft für das Gemeinwohl und ein Verantwortungsgefühl gegenüber den Benachteiligten.
Sie erfordert auch den Mut, sich im zivilen Leben zu engagieren und seine tiefsten Glaubensüberzeugungen und Werte in die berechtigte öffentliche Debatte einzubringen.
Mit einem Wort: Freiheit ist immer neu. Sie ist eine Herausforderung für jede Generation und muss immer neu für das Gute errungen werden.

Der Mensch ist abhängig. Er kann nicht anders als von anderen leben und von einem Vertrauen leben.
Abhängigkeit aber hat dann nichts Degradierendes mehr, wenn sie die Form der Liebe hat, denn dann ist sie nicht mehr Abhängigkeit, nicht mehr Verminderung des Eigenen durch die Konkurrenz des anderen, sondern dann konstituiert sie gerade das Eigene als Eigenes und befreit es.
Die Liebe ist die einzige schöpferische Macht, die anderes als anderes hervorbringen kann ohne Neid und Angst, das Eigene zu verlieren.
Der Mensch ist abhängig.
Weil es so ist, kann nur die Liebe ihn erlösen, weil nur sie Abhängigkeit in Freiheit umwandelt.

Wir leben in rechter Weise, wenn wir gemäß der Wahrheit unseres Seins, das heißt nach dem Willen Gottes leben.
Denn der Wille Gottes ist für den Menschen nicht ein ihm von außen auferlegtes Gesetz, das ihn einengt, sondern das seiner Natur wesenseigene Maß, ein Maß, das in ihm eingeschrieben ist.
Wenn wir gegen die Liebe und gegen die Wahrheit
– also gegen Gott – leben,
zerstören wir uns gegenseitig und zerstören die Welt.
Dann finden wir nicht das Leben, sondern handeln im Interesse des Todes.

Ein Verständnis von Freiheit, das als Befreiung nur immer weitere Auflösungen von Normen und die ständige Ausweitung individueller Freiheiten bis hin zur völligen Befreiung von aller Ordnung ansehen mag, ist falsch.
Recht ist nicht Gegensatz zu Freiheit, sondern ihre Bedingung. Befreiung besteht nicht in der allmählichen Abschaffung von Recht und von Normen, sondern in der Reinigung unserer selbst und in der Reinigung der Normen, sodass sie das menschengemäße Miteinander der Freiheiten ermöglichen.

Der Mensch, der sich vollkommen in die Hände Gottes übergibt, wird keine Marionette Gottes, keine langweilige, angepasste Person.
Nur der Mensch, der sich ganz Gott anvertraut, findet die wahre Freiheit, die große und schöpferische Weite der Freiheit des Guten.
Der Mensch, der sich zu Gott hinwendet, wird nicht kleiner, sondern größer, denn durch Gott und zusammen mit Ihm wird er groß, wird er göttlich, wird er wirklich er selbst.

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